Category Archives: Gesagt

Einsame Sonntage

Ich hasse solche Tage…

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Es war schon relativ früh diese Woche klar dass der Tag wohl nicht mit jemandem verbracht werden würde den man wochenends tüpischerweise gern um sich hat. Die wenigen Leute in deren Nähe man sich aktuell wohl fühlt sind entweder beruflich eingespannt, treffen potentielle Partner für Geschlechtsverkehr, haben Familienangelegenheiten zu regeln oder sind einfach nicht in der Stimmung. Ich versuche mir einzureden dass nichts davon Ausreden sind. Das wäre eine Erkenntnis die man zu so einer Zeit gar nicht braucht.

Solche Tage fangen natürlich auch immer schon falsch an: Ich wache früh und unausgeschlafen auf und kann nicht mehr einschlafen denn irgendwo in der Wohnung hatte ich vergessen am Vorabend ein Fenster zu zu machen. Das Resultat sind -12°C draußen und gefühlt -40°C in der Wohnung… es folgt also der Umzug auf’s Wohnzimmersofa – natürlich mitsamt Bettzeug. Die einzige Gesellschaft, der warme Kakao in der Lieblingstasse, ist in 2 Minuten entweder ausgetrunken oder kalt. Ein erneutes Aufstehen für Mehr kommt nicht in Frage. Zu unmöglich scheint es, nochmal auf dem kalten Küchenboden zu stehen bis die Mikrowelle ihre Arbeit verrichtet hat.

Da sitzt man dann, starrt dem Wetterbericht ungläubig auf sein hässliches Grinsen und es ist schnell klar “raus geh ich in die Kälte ganz bestimmt nicht”. Schon nach 5-10 Minuten gelangweiltem Surfen wird einem dann aber auch bewusst: “Allein auszuhalten ist es aber auch nicht”.

Stunden ziehen sich wie Tage als ich versuche irgend etwas zu finden dass mich begeistert. Filme gucken, Lesen, Gaming, Chatten, Surfen… Nichts funktioniert. Eigentlich würde ich mich auf mein Bike schwingen wollen um Berlin weiter zu erkunden aber das Fahrrad ist im Keller vermutlich fest gefroren. Die Alltäglichkeiten wie Kochen und Wäsche waschen erscheinen wie kleine Luftblasen im Meer der Langeweile in dem ich ertrinke.  Mit den stupidesten Dingen versucht man sich zu beschäftigen.

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Am Ende scheint dann das ganze Wochenende verschwendet. Man grübelt über die verlorene Lebenszeit nach, statt sich zu freuen wie unbeschwert das Leben doch eigentlich ist.

Kein guter Start in die neue Woche…

Head in Hands

Sozialstaatsarmut

Folgendes Szenario: Du bist derzeit arbeitslos und beziehst entsprechend dessen Arbeitslosengeld 1. Ziemlich elende Situation aber das kann einem heute ja schneller passieren als man denken möchte. Da man aber keinen Job braucht um ein wertvoller Mensch zu sein, engagierst du dich parallel dazu im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im örtlichen Anlaufpunkt der Behindertenselbsthilfe. (FUCK, ich liebe dieses Wort. Da wird mir so angenehm warm in der Magengegend wenn Leute sich zur gegenseitigen Hilfe organisieren)

So weit, so gut. Nun gibt es aber ein kleines Problem: Die Arbeitsagentur (übrigens kein Verein wo Leute sich zur gegenseitigen Hilfe organisieren , scheint es) sieht es nicht wirklich gern, wenn jemand “statt der Jobsuche” etwas Anderes tut. Entsprechend meldet sich irgendwann der wohltätige Verein den du unterstützt und muss dir leider mitteilen, dass man dich nicht länger in Anspruch nehmen kann weil dir die Agentur sonst mit Leistungskürzungen nachstellen könnte. Muss ein tolles Gefühl sein um so eine “Kündigung” zu bitten.

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Klingt ziemlich dämlich und unmenschlich, ist für mich aber auf eine extrem abstrakt-bürokratische Art und Weise noch “nachvollziehbar”: Wer keine Beschäftigung hat, soll gefälligst die gewonnenen 8 Stunden des Tages in die Arbeitssuche investieren und nicht in Tätigkeiten die dem Staat keinen ersichtlichen finanziellen Umsatz erzeugen. Dass das soziale Engagement dabei nicht parallel dazu stattfinden kann unterstellen wir halt einfach. Schließlich leben wir in einem modern(d)en Überwachungsstaat in dem der Generalverdacht schon Teile der Beweispflicht aufhebt. In diesem Fall sollten übrigens 35h/Woche geleistet werden.

Der Hammer kommt jedoch noch hinterher! Nicht nur wurde die arme Frau TippEx von ihrer freiwilligen Arbeit bei einer Hilfsorganisation für Behinderte ausgeschlossen. Weil sie die Dreistigkeit besitzt und einen “Job” “kündigt”, droht man ihr nun auch noch mit 3 monatiger Einstellung der Leistungen.

Ich stütze mich jetzt mal auf die Annahme dass es sich hier tatsächlich um eine unentgeltliche ehrenamtliche Stelle handelt und weine um eine Gesellschaft in der sich Menschen gegenseitig kaputt machen nur weil sie denken dass sie ja “nur ihren Job tun”.

Willkommen im Land mit zu wenig Ehrenamtlichen.

Quelle: Twitter aber gefunden via Kraftfuttermischwerk 
Titelbild gestohlen bei Alex Proimos

Zweifelhafte Ziele

Der körperliche Verfall über die letzten Jahre war eine Tragödie. Auch bei fast 2 Metern Größe ist mein aktuelles Gewicht nicht tragbar(hihihi!). Diät-Versuche scheiterten des öfteren. Diesmal habe ich einen Anreiz.
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25 Kilo abspecken in 20 Wochen. Die Wette ist abgeschlossen. Dem Gewinner winken neue Super Mario Socken. Ich habe beschissene Ideen… komm aber einfach nicht gut mit Herausforderungen klar.

Endtermin: 10.06.2014

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Frühjahrsbeginn 27-12

Gestern war es Glatteis mit anschließendem intensiven Bodenkontakt, heute ist es der erste Schnee dieses Winters.

Der Kalender sagt Januar, aus dem Augenwinkel schon Februar, vom Gefühl sowieso mindestens März und im Herzen doch eigentlich Juni. Die Winterzeit war doch durch? Hatten wir die Leucht-Deko nicht schon wieder im Keller verstaut? Ich war mir sicher dass doch eigentlich schon bald die ersten Krokusse blühen würden.

Der Wunsch nach Schnee stirbt bei mir jährlich am 27.12. wenn die Weihnachtszeit vorbei ist und der eben noch so angebrachte Nadelbaum im Wohnzimmer einfach nur noch befremdlich wirkt. Wald am Sofa… was denken wir uns nur jedes Jahr?

Wo war der Schnee als ich mit meiner Nichte rodeln wollte? Wo war er als ich nachts für (oder auch gegen?) meine Nachbarskinder einen Schneemann mit Kopfverletzung basteln wollte? Was mach ich jetzt mit der ganzen roten Lebensmittelfarbe? Jegliches Weiß draußen wiegt mich nur weiter in der falschen Sicherheit, meinen fetten Leib noch nicht auf den kommenden Sonnenschein vorbereiten zu müssen.

Ich dreh jetzt die Heizung hoch… und dann mach ich das Fenster auf. Vielleicht geh ich auch meinen Namen in den Schnee pinkeln…

Bild liebevoll entwendet bei Manolo Gómez